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Mailart

Mail-Art, Mail Art Art-mail…


muss was Neuzeitliches sein, könnte man denken. Hört sich so an als wäre mail-art zwangsläufig mit dem Computerzeitalter verbunden, oder? Weit gefehlt; denn alles „englische“ hat eine anderssprachliche Bedeutung und infolgedessen oft auch einen anderen Ursprung.
Ursprung; ja den gilt es zu finden: „mail“ heißt „Post (-sendung)“. „art“ heißt „Kunst“. Damit ist doch alles klar: Post-Kunst Postkartenkunst, Kunstpostkarte etc.... Es gibt Postkartenkunst solange es die Postkarte gibt? Naja, nicht ganz so lange. Denn in dem etymologischen Wörterbuch der deutschen Sprache von Friedrich Kluge ist zu „Postkarte“ folgendes zu lesen: „Im November 1865 empfahl der Generalpostmeister Stephan dem Dt. Postverein die Einführung von Postblatt. In Wien schlug der Professor der Nationalökonomie Herrmann am 1.10.1869 Postkarte vor: „Durch diese Postkarte eine Art Telegramm zu schaffen“. 1870 wurde dies im norddeutschen Postgebiet übernommen. Vorher hatte das Wort jeweils die Bedeutungen ‚Landkarte des Postweges; Liste der Postsendungen; Postfahrkarte’. Im Altonaer Museum in Hamburg kann man sich einen Überblick über die Künstlerpostkarte von 1880 bis zur heutigen Zeit verschaffen. Also ist das Jahr 1880 als Entstehungsjahr der ersten bekannten von einem Künstler gestalteten und verschickten Karte anzusehen.

“Kunst im Kleinformat“
Jaques Derrida drückte seine Vorliebe zur Postkarte ungefähr wie folgt aus:„Was ich vorziehe an der Postkarte ist, dass man nicht weiß, was vorn oder hinten ist (......). Noch was das Wichtigste ist, das Bild oder der Text, und im Text die Botschaft oder die Legende oder die Adresse“.Der Postbote betrachtet diese Aussage sicher völlig anders als der die Karte erschaffende Künstler oder der Kartenempfänger.....Ich will mich an dieser Stelle auf die Betrachtung /Entwicklung der Kunst auf der Karte konzentrieren.Bärbel Hedinger (Leiterin der Abteilung Gemälde und Graphik am Altonaer Museum) spricht mir aus der Seele, wenn sie in der Einleitung, zu dem von ihr herausgegebenen Buch „Die Künstlerpostkarte“ schreibt, dass die Künstlerpostkarte eher ein Schattendasein im Reich der Künste führt. Die wissenschaftliche Erforschung des Mediums Künstlerpostkarte führt zurück zur Korrespondenz der „Brücke“ (deutsche Künstlergruppe zwischen 1905 und 1913) und des „Blauen Reiters“ (Künstlergruppe um Wassily Kandinsky und Franz Marc um 1911). Im ersten Weltkrieg entwickelte sich eine andere künstlerische Richtung, der „Dadaismus“ (nach dem kindlichen Stammellaut Dada, der franz. >Holzpferdchen<und im Rumänischen<Ja Ja> bedeutet). Dada entstand in Zürich, wo der Schriftsteller Hugo Ball Anfang 1916 das Cabaret Voltaire eröffnete. Künstler wie Hugo Ball, Tristan Tzara, Richard Huelsenbeck, und Hans Arp versammelten sich dort und prägten die revolutionäre literarisch künstlerische Bewegung, die die durch das Chaos des ersten Weltkrieges zusammengebrochenen alten Weltbilder, die überlieferte bürgerliche Kultur lächerlich machen wollten. Sie taten dies, indem sie die Grenzen zwischen Literatur, Malerei und Tanz sprengten und ihr Publikum provozierten und allen traditionellen Ansichten über das Wesen der “Kunst” zu widersprechen versuchten. Unabhängig von Zürich vollzogen sich gleichgesinnte Entwicklungen in:
 

1.) New York,
deren namhafte Personen Marcel Duchamp und Francis Picabia (beide kamen 1915 von Paris nach New York) und der Amerikaner Man Ray waren.
                                                                 

2.) Paris:
Wie in den anderen DaDa-Metropolen gab es auch in Paris eine Kommunikationsstruktur, die den Dadaismus vorbereitete. So wurden die in Paris lebenden Künstler und Literaten vor allem von Zeitschriften beeinflusst, die eine gruppenbildende Wirkung ausübten.
Die wichtigsten dadaistischen Journale waren Picabias Zeitschrift “391” und Bretons “Littérature”, sowie Eluards “Proverbe”.
Bis 1919 gab es jedoch kaum Anzeichen mit dem Gedankengut des Dadaismus. Im ersten Nachkriegsjahr verstärkte sich das Interesse am Dadaismus. Picabia und Duchamp hielten sich 1919 in Paris auf. Philippe Soupult bekundete Zustimmung zu Tristan Zaras Dada Manifest 1918.
Tristan Zara gewann im französichsprachigen Raum eine gewichtige Bedeutung für den europäischen Dadaismus. Er wechselte Briefe mit Apollinaire, Soupault und Breton und lernte Picabis kennen. Seine Texte fanden in Paris Beachtung und er verfasste für die Zeitschrift “Litérature” seine ersten Beiträge. Mit dem Ende des Züricher Dadaismus siedelte Tzara im Januar 1920 nach Paris über.
Die Jahre 1920 und 1921 waren die bedeutendsten Jahre der Pariser Bewegung. So widmete sich die Ausgabe der Zeitschrift “Littérature” im Mai 1920 den Dada Manifesten, die u.a. von Brton, Soupault, Aragon, Tzara und Picabia verfasst waren.
Jedoch kam schon im Laufe des Jahres 1921 eine Unzufriedenheit der Künstlergruppe um die Zeitschrift “Littérature” auf. Sie entsprang der entschiedenen Negativität des Dadaismus, in der kein Fortschritt gesehen wurde. Wollte man zunächst die traditionellen, moralischen und ästhetischen Wertmaßstäbe in Frage stellen, so splittete sich die Gruppe nunmehr in Vertreter, die in der Negativität des Dadaismus verharrten und solchen, die sich von den Beschränkungen gerade dieser negativen Haltung befreien wollten.
So kam es zu einem Bruch zwischen Breton und Tzara.
Gleichzeitig brach Breton auch mit der Dada-Bewegung und wandte sich dem Suralismus zu.
                                                                

3.) Hannover.
....wo Kurt Schwitters allein das Feld beherrschte. Sein Werk wurde durch die Katastrophe und das Elend der Kriegszeit geprägt. Er leimte und nagelte alles zusammen, was er in der Zeit der “Verarmung” des Landes durch den Krieg fand.
“MERZ - Kunst”... diesen Brgriff wählte Kurt Schwitters 1923 aus einer Anzeige der Kommerz- und Privatbank. Er wurde zum Sammelbegriff für alle künstlerischen Produkte aus seiner Hand. Er war ein enger Freund von Hans Arp. Gemeinsam sahen sie sich nicht nur als Objekt-/Collagekünstler, sondern auch als Dichter..
 

4.) Berlin,
mit Künstlern wie Raoul Hausmann, Richard Hülsenbeck, Hannah Höch, John Heartfield, Johannes Baader und George Grosz. Hie erfuhr der Dada die stärkste Politisierung.
                                                                 

5.) Köln:
Hier waren Max Ernst und Alfred Gruenwald aktiv. Sie wurden von Hans Arp unterstützt, als dieser sich in den Jahren 1920/1921 mehrfach in Köln aufhielt. Auch die Kölner Dadakunst beschäftigte sich mit Fragmentierung und Transformation und zielte auf Enttäuschung von Erwartungen ab.
Zeitweise parallel und schließlich aus der Abwendung vom Dadaismus heraus entstand der “Surrealismus”.... Fortsetzng folgt!
                                                  

Surrealismus..........
Die Bezeichnung wurde erstmals 1917 von dem Dichter Guillaume Apollinaire verwandt.
Der französische Kunsttheoretiker André Breton formulierte 1924 in seinem „Manifest des Surrealismus“, das Programm dieser Kunstrichtung.
Hier wurden die Grenzen zwischen Realem und Phantasie (hier: Surrealem) aufgegeben und Bildformen neu- und weiterentwickelt.
Der Surrealismus bediente sich neuer künstlerischer Ausdrucksmittel wie Collage, Frottage, Grattage u.a. und
kombinierte diese mit Malerei.......
                                                                

K ü n s t l e r p o s t k a r t e.....
........war der rote Faden,
der sich durch diese Kunstrichtungen durchzieht und der schließlich zu unserem „Ausgangspunkt“
....der Entwicklung von Mail-Art zurückführt.
Durch den Wandel der dargestellten Kunstrichtungen veränderten sich die künstlerischen Techniken, die auf der Postkarte Anwendung fanden. So waren es zunächst traditionelle Instrumente, wie Bleistift, Feder, Aquarell, Guache, Kreide und Farbstift. Daneben wurden Drucktechniken wie Holzschnitt und Radierung verwand.
Im Laufe der Zeit kamen andere Techniken wie z.B. die Collage hinzu. Hier kommt nun wieder dem Dadaismus entscheidende Bedeutung zu....
Denn die dort benutzten Techniken und die Ideologien des Surrealismus wurden im Laufe der Zeit von den Mail Artisten umgesetzt und eigene Ideen entwickelt.
Handelte es sich bei den Dadaisten und Surrealisten in erster Linie um Künstler, die sich des Postkartenformats eher seltener bedienten, so handelt es sich bei den Mail Artisten um Künstler, die sich vornehmlich des Postkartenformats bedienen.
Mail Art, in dem Sinne, wie wir „Stempler“ sie verstehen, entstand erst mit der von Ray Johnson im Jahr 1962 ins Leben gerufenen Bewegung der internationalen Mail Art.
Mail-Art kann Sempelabbildungen enthalten und enthält oft derartige Abbildungen. Aber Mail-Art kann auch (siehe oben.....) Collagen enthalten, sowie kopierte Bilder, Gedichte, Computer-Kunst, Briefmarken und und und.....
Also im Ergebnis alles, was per Post verschickt werden kann....
Ja, wo sind denn da die Grenzen..........
...die die Post (natürlich im finanziellen Rahmen des „Normalbürgers“!!!!) akzeptiert? Ich persönlich habe keine Erfahrungswerte....
Jemand von Euch???
Für nette Geschichten gibt es einen Gratisstempel...... :-)!
Also teilt mir Eure Erfahrungen mit der Versendung ungewöhnlicher Postformate mit. Ich freue mich darauf!!!
Mail-Art ist niemals niedlich, sondern eher ironisch. Wenn man in einem Mail-Art Werk zum Beispiel einen Teddy-Bären sieht, dann mag er an einen Seil erhängt zu sehen sein oder er schwebt über dem aufgerissenen Maul eines Krokodils oder eine Pistole oder ein Gewehr ist auf ihn gerichtet.
Niedlichkeit hat sicherlich ihren Platz; aber nicht im Bereich von „Mail-Art“!
Mail-Art ist bissig, ironisch, provozierend, voll von schwarzem Humor und manchmal auch politisch.
Das verwundert in Anbetracht der Geschichte (Dada, Surrealismus ......) nicht...
So finde ich unter der Aufrufen zu „Mail-Art-Projekten“Themen wie:
„Homosexualität, das letzte Tabu
„Das Geheimnis des Badezimmers“
„Wer hat das Gebiss der alten Dame gestohlen“............
Mir fallen da viele „Boshaftigkeiten“ ein, aber.....
....ist das Kunst???
                                                              

Kunst!
Da wollte ich doch mal wissen, was mein etymologische Wörterbuch dazu sagt.....
Ehrlich gesagt habe ich auch nach mehrmaligem Lesen nur Fetzen, wie „Können“
und „Brunst (zu brennen)“
und „Gunst (zu gönnen)“... behalten.
Und dann war da noch zu lesen:
„Gemäß der Grundbedeutung von „können“ zielt die Kunst auf das „Wissen im Können“ ab ...........
Tja, wenn Kunst: „Wissen im Können...“ bedeutet,
muss man nur von seinem Können überzeugt sein,..................
nämlich „Kunst zu produzieren“..
oder... „produzieren zu k ö n n e n“......
so wie Beuys von seinem gerahmten Teebeutel als Kunstobjekt überzeugt war!?
Boys will be Beuys...!?
Will I be a Beuys???
Do I want to be a Beuys… boys…??
Wo war ich doch gleich?????
Kunst = Art !!!!!
Post = Mail!!!!
Postkunst = Mail-Art!
..........siehe oben.....
Katze, Schwanz, beißen, Worte, Fetzen, Dada, Unsinn.....
Kunst ist was gefällt?!
Das wussten wir doch alle schon immer, nicht wahr?!
                                                              

Mail Art – Ray Johnson-
Ein Exzentriker?
In Anbetracht seines „Gesamtwirkens“ liegt diese Typisierung gar nicht so fern.
Anlässlich seiner ersten Einzelausstellung im Jahr 1965 in New York wurde er von der New York Times als „New York’s berühmtester unbekannter Künstler“ bezeichnet.
Ray Johnson rief die “New York Correspondance school”(NYCS) ins Leben.
Es handelte sich dabei nicht um eine Schule im üblichen Sinne von öffentlicher oder privater Lehranstalt, sondern diese „Schule“ existierte durch die Aktivitäten ihrer „Mitglieder“. Diese Mitglieder wurden von Ray Johnson ausgewählt. Sie wurden von ihm durch Zusenden von Projekten künstlerischen Inhalts aufgefordert, zu diesem Projekt einen künstlerischen Beitrag zu leisten. Johnson stellt mit seinem Kunstverständnis die Behauptung auf, dass ein Bild oder ein Ding real ist sofern es auf ein anderes Bild oder Ding hin- oder verweist. Dies beinhaltet Begriffe wie Ähnlichkeit, Wechselbeziehung u.ä.
Ich finde, Thomas Werner hat dieses, wie er sagt „Credo“ Johnsons in treffende Worte gefasst, wenn er sagt, dass Johnson das Sein als ein „Buch der Verweise“ mit <siehe oben>, <siehe unten>, <a.a.O.>, <ders.> und <ebenda> beschreibt. So führt er weiterhin aus, dass diese sich kreuzenden überlappenden,
vorwärts und rückwärts führenden Verweise kein absehbares Ende oder erkennbaren Sinn beinhalten und durch ihre Umkehrbarkeit jegliche Art von Schlussfolgerung erschweren.....
1973 fand die NYCS ihr Ende und wurde er- oder fortgesetzt!? durch die „Buddha University und andere Institutionen.
Johnsons „Post Kunst“ erfuhr einerseits Verbreitung durch die von ihm versandten Projekte und andererseits durch die in Kunstzeitschriften über ihn veröffentlichten Artikel.
Ein weiterer Schritt war eine im Herbst 1970 organisierte Ausstellung über die Kunst der NYCS, die im Whitney Museum stattfand. Hier wurden alle möglichen Projekte ausgestellt, die von Johnsons NYCS Mitgliedern eingeschickt wurden.
Dies bewirkte, dass derartige Aktivitäten bekannter wurden und sich mehr Menschen damit befassten. Es gab auch öfter derartige Ausstellungen. Gab es 1971 lediglich fünf derartige „Mail Art Shows“, so gab es 1979 bereits fünfundsiebzig derartige Ausstellungen. Bis 1983 entwickelte sich diese Anzahl explosiv auf einhundersiebenundachtzig!!! Ausstellungen.
Eine weitere Entwicklung förderte den Zugang der breiten Öffentlichkeit zu den Mail Art Aktivitäten. Es handelte sich um die Veröffentlichung von Artikeln über die „Post Kunst“ in vielgelesenen Zeitschriften und Umsetzung des breiten Interesses in Mail Art Listen.
Diese forderten zur Teilnahme an Aktivitäten z.B. zu einem bestimmten Thema auf.....
Und nun sage ich noch kurz was zu „Fluxus“ und komme in „rasendem Tempo“ (Widerspruch sinnlos!!) zum Jahr 1995, als ich zum Stempeln kam .......irgendwie muss sich der Kreis ja schließen !!!)
                                                               

Fluxus
Ben Vautier... nie gehört.......
Gaultier? Hieß der nicht Paul???
Hat der was mit Kunst zu tun?
Ok. ok. das will ich ihm ja nicht abstreiten, aber irgendwie hat die Kunst der Mode von Gaultier wohl eher nichts mit Vautiers Fluxus Kunst zu tun....
Ben Vautier „verrückte“ die Sinnbildlichkeit der „Postkarte“, indem er die Rückseite als solches beließ und gleichzeitig zur Vorderseite machte....
Doppelte Anschrift und Frankierung! Was sollte das??
„Die Postkarte als Verkehrsproblem?“
Das hat Thomas Kellein in seinem Aufsatz über „Die Qual des Briefträgers“ (ebenso veröffentlicht in dem von Bärbel Hedinger herausgegebenen Buch „Die Künstlerpostkarte“) wirklich sehr treffend ausgedrückt.
Mein „Seemanns kleines Kunstlexikon“ äussert sich zu Fluxus derart, als dass es sich nicht um eine feststehende Kunstform oder eine derartige Künstlergruppe handelt.
Der Begriff „Fluxus“ bezieht sich statt dessen auf den Wechsel der Einfälle.
Er beeinflusste neben der Kunst (bekanntester Vertreter: Joseph Beuys) auch das Tanztheater und die experimentelle Musik.
Wechsel der Einfälle bzw. deren Austausch!
Das ist der Grund, warum ich 1995 zur „Stempelei“ gekommen bin und was meine Konfrontation mit all dem, womit ich versucht habe, mich hiermit auseinander zu setzen, ausmacht.
Ich wollte kreativ sein, konnte aber nicht zeichnen; ich fand Stempel und wusste nicht wie ich sie einsetzen konnte....
Einfälle!
meine Einfälle???
Austausch!!!!
Wechsel der Einfälle!!!
Mein Gott, bin ich ein Mail Artist!?????
Jedenfalls nahm ich an Projekten teil, die thematisch vorbestimmt waren und fühlte mich so gefordert.
Zum Beispiel wurde einmal ein asiatisches Thema vorgegeben und ich besaß nur zwei derartige Stempel....
Da ich an die Umsetzung dieses Themas meine nachhaltigste Erinnerung habe, möchte ich hier meinen Beitrag zu diesem Thema vorstellen:

                                                          

MARSA,
das heißt „Mail Art of Rubber Stamp Addicts“ und ist eine Gruppe, die sich zur Aufgabe gemacht hatte, sich anspruchsvoll mit vorgegebenen Themen auseinander zu setzen.
Als ich eintrat war Petra Steinwerth die Initiatorin und nahm ihre, sich selbst übertragende Aufgabe sehr ernst.
So konnte jedes von ihr akzeptiertes Mitglied -á la Ray Johnson- an Projekten teilnehmen, die einem übersandt wurden oder welches man selbst für jemanden aus dieser Gruppe (niemals für sich selbst!!!) gestartet hatte.
Ich gliederte mich bald ein, fand Austauschpartner und empfand mit der Zeit weniger Schwierigkeiten bei der Umsetzung von vorgegebenen Themen.
Im Laufe der Zeit veränderte sich meine Auseinandersetzung mit den Ideen und Interessen.
Dies betraf die Wahl der Mittel genauso, wie die Art des künstlerischen Umsetzens.... niedlich, romantisch, stilecht (à là Mail art)... provozierend....etc.....
Zur Zeit suche ich (m)-einen weiteren Weg im Bereich der Mail Art....
Dabei stelle ich fest, dass auch hier der Computer seinen Einzug gefunden hat...
So lässt sich die digitale Bildverarbeitung wunderbar mit bisher bekannten Techniken, wie auch dem „Stempeln“ kombinieren.....
Meine Auseinandersetzung mit diesen Werken beschränkt sich derzeit aber noch auf deren Betrachtung...)
Damit würde ich sagen, dass Fortsetzung grundsätzlich nicht folgt,
es sei denn, ich habe Anlass und „Material“ dazu......
 

Glossar
                                                            

Collage:
Das Wort ist von französisch <coller>, leimen, ankleben abgeleitet. Bei diesen Verfahren werden verschiedenartige Materialien wie Papier, Fotos, Stoff auf eine Unterlage geklebt und so zu einem Bild zusammengefügt. Die Collage folgt den Gestaltungsprinzipien der Montage und bildet die Grundlage der Materialkunst des 20. Jh.
 

Frottage:
Das Wort ist von französisch <frotter>, reiben abgeleitet und bezeichnet die Technik des Durchreibens von strukturierten Oberflächen auf Papier.
Dieses sehr einfache Verfahren wurde 1925 erstmals von Max Ernst angewandt.
Die Strukturen der jeweiligen Unterlage (Maserung von Holzplatten, Korbgeflecht, Geäder von getrockneten Blättern oder aus Kinderzeiten bekannt: Münzen) werden mit einem sehr flach gehaltenen weichen Bleistift (B-4B) auf das aufliegende dünne Papier übertragen.
Die dann folgende Zeichnung ergibt dann zusammen mit den durchgeriebenen Partien neue Bildzusammenhänge.
                                                           

Grattage:
Das Wort ist von französisch <gratter>, abkratzen abgeleitet und ist ebenso eine von Max Ernst verwandte Technik, die er von seiner Frottage ableitete und auf die Malerei übertrug.
Er legte reliefartige Gegenstände unter eine mit mehreren Farbschichten bedeckte Leinwand und kratzte mit einem Messe an den sich durchdrückenden Stellen die Farbe ab, so dass die darunterliegenden Farbschichten sichtbar wurden.
                                                        

Jacques Derrida:
Philosoph, geboren am 15.7.1930 in der Nähe von Algier.